Humane Papillomaviren (HPV) gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Vier von fünf sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV an – oft ohne es zu bemerken. Die gute Nachricht: Mit der HPV-Impfung, regelmäßiger Vorsorge und einer gesunden Scheidenflora kannst du dich wirksam schützen.
Was ist HPV und warum ist das Virus so verbreitet?
HPV steht für humane Papillomaviren – eine Gruppe von über 200 verschiedenen Virustypen, die Haut und Schleimhäute befallen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Auch Oralverkehr und einfacher Hautkontakt im Intimbereich können zur HPV-Infektion führen.
Die meisten HPV-Infektionen verlaufen symptomlos und heilen innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst aus. Bestimmte HPV-Typen können jedoch persistieren und zu ernsthaften Erkrankungen führen:
- Niedrigrisiko-HPV-Typen 6 und 11 verursachen Genitalwarzen (Feigwarzen) – unangenehm, aber meist gutartig.
- Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 sind für den Großteil aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Sie können auch Krebsvorstufen und Krebs an Vagina, Vulva, Anus und im Mund-Rachen-Raum verursachen.
In Deutschland erkranken jährlich rund 7.000 Frauen und 3.000 Männer an HPV-bedingten Krebsarten. Die meisten dieser Krebserkrankungen wären durch eine frühzeitige Impfung vermeidbar.
HPV-Impfung: Für wen, wann und wie?
Der beste Zeitpunkt für die Impfung
Die Impfung gegen HPV sollte idealerweise vor den ersten sexuellen Kontakten erfolgen, da der Impfstoff am wirksamsten schützt, wenn noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat. Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.
HPV-Impfung in Österreich: Jetzt gratis bis 30
Seit 2016 ist in Österreich die HPV-Impfung gratis im Kinderimpfprogramm für Mädchen und Buben enthalten. Seit Juli 2024 wurde das kostenfreie Angebot auf junge Erwachsene bis zum 30. Geburtstag ausgeweitet. Die erste Impfung muss bis spätestens Dezember 2025 erfolgen, die zweite Impfung kann bis Juni 2026 kostenlos in Anspruch genommen werden.
So sieht das Impfschema aus:
- Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre: 2 Impfungen im Abstand von mindestens 6 Monaten
- Personen ab 15 bis 30 Jahre: 2 Dosen im Abstand von mindestens 6 Monaten (wird die zweite Dosis früher als 5 Monate nach der ersten verabreicht, ist eine dritte Dosis notwendig)
- Personen ab 30 Jahren: 3 Dosen erforderlich; die Kosten sind hier privat zu tragen
Lohnt sich die Impfung noch nach dem ersten Sex?
Diese Frage taucht in Foren immer wieder auf – und die Antwort ist klar: Ja. Da es beim Geschlechtsverkehr nicht zwangsläufig zu einer HPV-Infektion kommt und der Impfstoff vor mehreren HPV-Typen schützt, kann die Impfung auch danach noch wertvoll sein. Selbst wenn bereits eine Infektion mit einem bestimmten HPV-Typ stattgefunden hat, schützt der Impfstoff weiterhin vor den anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen. Je früher die Impfung nachgeholt wird, desto besser.
Nebenwirkungen der HPV-Impfung
Die HPV-Impfung gilt als gut verträglich. Häufig berichtet werden milde Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötungen, Schwellungen oder Schmerzen – Reaktionen, die man in diesem Maße auch bei anderen Impfungen beobachten kann. Gelegentlich treten Kopfschmerzen, leichtes Fieber oder Müdigkeit auf. Schwere Nebenwirkungen sind äußerst selten. Besprich Fragen zu Risiken und Nebenwirkungen am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Warum eine gesunde Scheidenflora bei HPV so wichtig ist
Was viele Frauen nicht wissen: Die Scheidenflora spielt eine wichtige Rolle bei der Abwehr von HPV-Infektionen. Eine gesunde Scheide wird zu rund 90 % von Laktobazillen dominiert. Diese Milchsäurebakterien produzieren Milchsäure und halten den vaginalen pH-Wert im sauren Bereich (3,8–4,4) – ein Milieu, das Krankheitserregern das Wachstum erschwert.
Studien zeigen: Frauen mit einer gestörten Scheidenflora – etwa bei einer bakteriellen Vaginose – haben ein deutlich erhöhtes Risiko für eine HPV-Infektion und für Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Umgekehrt kann ein Laktobazillen-dominiertes Scheidenmilieu die HPV-Beseitigung unterstützen.
Was du für dein Scheidenmilieu tun kannst
- Sanfte Intimpflege: Reinige den Intimbereich nur mit lauwarmem Wasser oder einem milden, pH-angepassten Waschschaum. Aggressive Seifen oder Vaginalduschen können die schützende Flora stören.
- Scheidenflora gezielt aufbauen: Nach Antibiotikatherapien oder bei wiederkehrenden Scheideninfektionen kann die Vaginalflora mit Laktobazillen-Präparaten wie Gynophilus Protect wiederhergestellt werden. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien besiedeln die Scheidenwand und verdrängen Krankheitserreger.
- Bei positivem HPV-Befund aktiv werden: Colpofix ist ein Vaginalgel in Sprayform, das speziell bei HPV-bedingten Zellveränderungen am Gebärmutterhals entwickelt wurde. Es unterstützt die Rückbildung von Gebärmutterhalsschädigungen und die Beseitigung von HPV. Sprich deine Frauenärztin bei einem auffälligen PAP-Abstrich darauf an.
Vorsorge und Früherkennung: PAP-Abstrich und HPV-Test
Auch geimpfte Frauen sollten regelmäßig zur gynäkologischen Vorsorge gehen. Der PAP-Abstrich erkennt Zellveränderungen am Gebärmutterhals frühzeitig, bevor sich daraus Krebsvorstufen oder Krebs entwickeln können. Ab 35 Jahren wird in vielen Ländern zusätzlich ein HPV-Test im Rahmen des Screenings empfohlen.
Achte bei Symptomen wie ungewöhnlichem Ausfluss, Juckreiz und Brennen im Intimbereich, Rötungen oder Schmerzen beim Sex auf deinen Körper und lass Beschwerden ärztlich abklären. Auch Scheidentrockenheit kann die Schleimhaut anfälliger für Infektionen machen.
Häufige Fragen zur HPV-Impfung
Können sowohl Frauen als auch Männer HPV bekommen?
Ja. HPV-Infektionen betreffen sowohl Frauen als auch Männer. Deshalb wird die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen gleichermaßen empfohlen. Auch Männer können an HPV-bedingten Krebserkrankungen erkranken – vor allem im Mund-Rachen-Raum und im Analbereich.
Brauche ich einen HPV-Test vor der Impfung?
Nein. Ein HPV-Test vor der Impfung wird aktuell nicht empfohlen. Selbst ein positives Ergebnis sagt wenig darüber aus, ob die Infektion vorübergehend oder anhaltend ist. Auch Personen ab 18 Jahren ohne bisherige HPV-Impfung können von einer Impfung profitieren.
Ersetzt die HPV-Impfung die Vorsorge?
Nein. Die Impfung schützt vor den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen, deckt aber nicht alle Virustypen ab. Der PAP-Abstrich und regelmäßige Kontrollen bleiben deshalb auch für geimpfte Frauen im Alter wichtig.
Was tun bei einem positiven HPV-Befund?
Zunächst: Keine Panik. Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst ab. Dein Immunsystem und eine gesunde Scheidenflora sind dabei deine wichtigsten Verbündeten. Unterstützend kann ein Produkt wie Colpofix die Zeit bis zum nächsten Kontrolltermin sinnvoll überbrücken. Besprich das weitere Vorgehen mit deiner Frauenärztin.